Sensorik-Test: Setzen Sie Ihren Gästen nur das beste Wasser vor

Salzig, bitter, muffig, eklig – Je nach dem, wo Sie Wasser aus dem Hahn zapfen, riecht, schmeckt und sieht es etwas anders aus. Wer seinen Freunden neutrales, klares und leckeres Wasser serviert, erntet meist Komplimente. Immerhin wird nicht jedem diese Ehre zuteil. Vom Wasser, dass zu Hause aus dem Hahn kommt, kann man dies meist nicht behaupten. Es versetzt Kaffee und Tee mit Kalk und Schlieren. Wer ein guter Gastgeber sein will, sattelt um.

Bei Cola, Fanta oder Lipton-Eistee wissen wir genau wie das Getränk aussieht, wie ist riecht und schmeckt. Doch: Wer glaubt, dass Leitungswasser auch immer gleich „gut“ aussieht, riecht und schmeckt, wird oft enttäuscht. Je nach Region ist das Wasser mit ganz anderen sensorischen Eigenschaften ausgestattet. Sie haben das noch nicht bemerkt?

Machen Sie den Geschmackstest

Prüfen Sie zuerst Ihr eigenes Wasser zu Hause. Vergleichen Sie es dann mit dem Wasser auf der Arbeit, bei Verwandten oder Freunden. Die Abweichungen mögen Sie überraschen. Noch beeindruckendere Ergebnisse erhalten Sie, wenn Sie überregional testen und vergleichen, z.B mit Wasser aus einer anderen Stadt oder einem anderen Bundesland.

So geht’s: Nehmen Sie bei  jedem Schluck bewusst den Geschmack auf der Zunge wahr. Achten Sie auf das Gefühl im Mund und beim Schlucken.

Vermeiden Sie vor dem Test Kaffee, Kaugummi oder gewürzte Speisen.

Wie ist der Geschmack? Bitter, salzig, eklig, lecker? Wie ist der Geruch? modrig, säuerlich, angenehm, neutral? Wie sieht das Wasser aus? Trüb, klar, weiß-milchig?

Jeden Nuance, die sie im Wasser riechen, schmecken oder sehen können, hat eine Bedeutung

Nun nach diesem Test bemerken Sie vielleicht, das nicht überall das gleiche Wasser aus dem Hahn kommt.

  • milchig, weißes Wasser kann mit Chlor belastet sein. Ab 0,2 Mikrogramm pro Liter kann man Chlor schmecken. Drunter hat es einen neutralen Geschmack.
  • Schimmliger Geruch oder Geschmack ist ein Zeichen dafür, dass sich im Wasser mikrobiotische Pflanzenreste und Stoffwechselprodukte tummeln. Insbesondere Cyanobakterien und Blaualgen riechen stark.
  • Riecht Wasser nach Eiern, so deute dies auf ein hohe Schwefelbelastung hin. Im Wasser enthaltenen Schwefelbakterien wandeln Sulfate in Schwefelwasserstoff um. Das bleibt für die Nase nicht unbemerkt.
  • Kommt braune Brühe zu Hause aus der Leitung? Sowohl Asselkadaver, also auch Rost von alten, verzinkten Eisenleitungen kann der Grund. Ihre Sinne lügen nicht.
  • Schmeckt das Wasser salzig oder metallisch? Dann weißt es womöglich eine hohe Konzentration an Natrium, Kalium oder Magnesium auf.

Unsere Sinne schlagen Alarm und uns durch schlechten Geschmack oder Geruch warnen

Oft verlassen wir uns zu sehr auf Messwerte. Selbst wenn Wasser nicht gut aussieht, scheußlich schmeckt oder komisch riecht, nehmen wir eingehaltene Obergrenzen einzig als Maßstab für eine hohe Wasserqualität hin. Wir würgen die Brühe hinunter, solange die Ergebnisse stimmen.

Problem: Die Trinkwasserverordnung misst bei weitem nicht alles. Es werden nur Stoffe getestet, von denen man weiß, dass sie problematisch sind. Doch was ist mit den Stoffen, von denen man es NOCH nicht weiß? Es braucht nur eine Studie, um ein Weltbild ins Wanken zu bringen.

Nase, Mund und Augen, so weiß auch jeder Weinkenner, sind genauso für essentiell, um Qualität eines Getränks zu bestimmten, wie technische Apparate im Labor. In einer Zeit des Daten-Überflusses vergessen wir allzu leicht, dass Mutter Natur uns in all ihrer Weisheit mit einer ganzen Palette an „ natürlichen Messgeräten“ ausgestattet hat. Das Auge isst mit, heißt es im Volksmund.

Sensorische Leitfaden für bestes Trinkwasser: Auf so ein Wasser können Sie stolz sein.

Die Grenzwerte müssen zuerst passen, keine Frage. Doch wer wirklich die beste Qualität will, kommt an einer zusätzlichen sensorischen Einschätzung zu Hause  in der Küche durch Riechen und Schmecken nicht vorbei.

  • schmeckt weder sauer noch bitter
  • schmeckt nicht nach Plastik oder Metall
  • riecht neutral
  • sieht klar und sauber aus
  • fühlt sich gut im Bauch an
  • kratzt nicht beim Trinken
  • man will mehr davon trinken
  • fühlt sich sanft im Mund an
  • läuft von selbst die Kehle hinunter, kein Zwang notwendig
  • schon der erste Schluck stillt den Durst; man fühlt sich schnell hydriert
  • wird vom Körper leicht absorbiert

Wer nicht riecht, schmeckt oder hinsieht, der bleibt blind. Objektive Messdaten sind nicht alles.  Gutes Wasser erkennt man auch daran, dass es einem gut tut, es gut schmeckt und gut aussieht.

P.S.: Kaffee und Tee schmecken um Welten besser mit einem „sensorisch“ einwandfreiem Wasser. Probier Sie es aus.